Ein sauberer und satter , der auch im Gesamt-Mix gut durchkommt – das ist für jeden guten Mix wünschenswert.

Ich hab mal 8 Grundregeln für sauberes Arbeiten am Mix zusammengetippt:


1. Ein sauberes Ausgangssignal
Man nehme einen GUTEN Bass-Synthesizer und nicht gerade die erstbeste „beta-megabass-kostenlos-testversion“ von der Freewarepage von Heinrich Hobbyprogger.

Wenn das Ausgangssignal schlecht ist, dann kann es nicht gut werden – auch wenn man noch so viel am Bass „enhanced“ und „tuned“. Ein gutes Abhörsystem ist übrigens eine sehr wichtige  Grundvoraussetzung, um die „nicht so gut klingenden“ Synth Modelle zu entlarven.

Mit PC Brüllwürfeln – und mögen sie noch so gut sein – hört man diese Feinheiten im Frequenzspektrum meist nicht. Am besten mal ein Paar gute Aktivmonitore anschließen und es tun sich Welten auf…

Als Bassynth kann man Anfangs z.B. die von G-Sonique nehmen… die ist ganz brauchbar für einfache Psytrance Fullon Basslines, aber mit dem wachsenden Know How und dem Optimieren des Klangbilds beim Mixing wachsen eben auch die Ansprüche.

Ich habe meine Psytrance Basslines früher oft mit dem Teil gemacht, aber wenn ich dann über meine guten Kopfhörer (Beyerdynamik DT880 – die können was!) mal die pure Bass- Combo angehört hab, dann klang das meist enttäuschend und ohne wirklichen Druck.

Gut, nun gehen die Kopfhörer im Tieftonbereich bis 5Hz runter und geben daher wesentlich mehr Raum im Bassbereich. Obwohl man unter 20Hz gehörtechnisch eigentlich nicht mehr viel wahrnehmen soll ist der Klang bei Boxen/Kopfhörern mit tiefem Frequenzband einfach anders.  Da verliert sich dann der Bass der Alienbassline mal ganz schnell. Auf den Abhör-Monitoren (KRK Rokit5), die einen Frequenzbereich von 53 Hz – 20 kHz haben klingts wohlbemerkt gut.

Alternative Synthesizer für die mit mehr Druck „im Keller“ wären da z.B. die AudioRealism Bass Line Pro oder der Sylenth1 von LennarDigital. Ich hörte auch davon, daß immer mehr Producer für den Bass auf fertige Samples zurückgreifen. Gute Sample CDs gibt es ja mittlerweile recht preiswert im Internet (, Ueberschall etc.)

2. Frequenzspektrum festlegen
Ein sauber eingestellter Bass klingt auf jeder Anlage und sogar im billigen Radio gut. Da die meisten Lautsprecher die Frequenzen unterhalb von 40 Hz nicht wiedergeben, stellt man den Dynamikbereich für die Bassline am besten so irgendwo zwischen 60-90Hz ein (ausprobieren!).

Am besten legt man im Mixer auf jeden Instrumenten-Kanal ein Frequenzgate, mit dem man die Frequenz, die durchgelassen wird genau eingrenzen kann (highpass / lowpass)

3. Verschiedene Oktaven
Die einfachste Übung – bei einem synthetischen Bass kann man zum Beispiel einen zweiten Oszillator (wenn im verwendeten Synthesizer möglich) eine Oktave höher spielen lassen oder mit einem weiteren Instrument einen zweiten Basston in einer anderen Oktave darüberlegen (Lautstärken gut anpassen!).

4.  Layering (Überlagerung von Sounds)
Bei der Verwendung von runden Waveformen wie Sinus oder Triangle, die kaum aufweisen, könnte man „oktaven- / tonhöhengerecht“ einen weiteren Bass-Synth mit obertonreichen Waveformen wie Square oder Saw hineinmischen. Das macht den Sound wieder ein wenig „fülliger“.

5. Einen zusätzlichen perkussiven Sound auf den Bass layern
[kurzer Attack (perkussiv) der Hüllkurve (ADSR)] –  Basic Info ADSR Hüllkurve

Einen perkussiven Sound (z.b. Bassdrum) mit langsam einfadendem Attack gleichzeitig mit den Bassnoten setzen. Richtig eingesetzt, wird der Bass „punchiger“ und hebt sich besser aus dem Mix hervor. Am besten die Bassline erstmal schön solo mit dem percussive Sound laufen lassen, damit man den überlagernden Sound richtig anpassen kann. Dann wieder mit der und hören, ob sich da nichts frequenztechnisch „ins Gehege“ kommt. Dann erst weitermachen.

6. Mit Distortion mehr Obertöne
Eine gut eingestellte Multiband Distortion macht den Bass besser hörbar ohne den Druck zu verlieren. Durch diese Verzerrungen entstehen weitere Obertöne, die dann den Bass auch auf „nicht so guten“ Anlagen gut hörbar machen.

7. Wem es immer noch nicht reicht, kann auch noch einen / einsetzen
Enhancer/Exciter sind Effektgeräte, die dem Audiosignal Obertöne hinzufügen und auf psychoakustischem Weg dem menschlichen Ohr Frequenzen vorgaukeln, die eigentlich gar nicht da sind. Wie genau so ein Enhancer klingt ist schwer zu beschreiben und auch meist unvorhersehbar. Am besten einfach mal in den Mix-Bus routen und hören, was das Ding so mit dem Sound macht 🙂

Wer es genau wissen möchte -> Info Enhancer / Exciter

8. Kompression mit Multiband Kompressor
Ich persönlich finde an dieser Stelle eine Multiband Kompression sehr gut plaziert. Das hat eingie Vorteile. Zum Ersten wird der Sound und der Bass kommt mixtechnisch im Tief- und Mittenfrequenzbereich besser durch.

Weiterin kommen wir alle irgendwann an das Problem, daß eine Bassline, mit der Akkorde gespielt werden, die tieferen Töne sehr „voll“ klingen und die hohen Töne sehr „dünn“ oder je nach Tonlage die hohen Töne sehr laut und die tieferen „wummern“. Genau dieses Problem läßt sich mit ein wenig Kompression lösen. Aber schön vorsichtig einsetzen, damit nicht die natürliche Dynamik des Basses verloren geht.

Starten kann man mal mit einem „threshold“ zwischen -5db to -20db und „ratio“ ca. 3:1 bis 8:1 (Synth Bass = schneller Attack Wert // plucked- slap bass = längerer Attack Wert). Dann wieder ausprobieren- hören – probieren und experimentieren. Je mehr man sich mit den Dynamik-Plugins beschäftigt, desto besser versteht man den Zusammenhang 😉


So… ist nun an manchen Stellen etwas ausführlich geworden. Ich hoffe, die Basis ist so gut verständlich rüber gekommen. Wichtig ist, daß ihr mit den Sachen „rumspielt“… das macht Spass und damit kommt dann auch das Know How….und ihr wißt selber, daß so mancher Dreh an einem Knopf schonmal ein nettes „Boh“ ausgelöst hat 😉

Viel Spass damit !

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Filed under: Mixing - Mastering

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